Alternativen zu Malarone

Lariam, Alternative zu Malarone

Mefloquin:
Es ist bei psychiatrischen und zentralnervösen Vorerkrankungen, insbesondere Krampfleiden nicht anwendbar, da bereits die prophylaktische Dosis die Krampfbereitschaft erhöhen kann. Mögliche neuropsychiatrische Nebenwirkungen, wie Halluzinationen und Depressionen, treten, wenn überhaupt, bereits nach Einnahme der ersten 2 Dosen auf. Daher wird empfohlen, die Prophylaxe bereits 2–3 Wochen vor Reisebeginn einzuleiten, um ggf. auf eine alternative Chemoprophylaxe vor Reisebeginn umstellen zu können. Erfahrungsgemäß zeigen die Anwender, die Mefloquin nebenwirkungsfrei eingenommen haben, bei erneuter Einnahme ebenfalls keine unerwünschten Wirkungen. Die Einnahme sollte spätestens 1 Woche vor der Einreise ins Endemiegebiet und bis 4 Wochen nach Verlassen desselben durchgefuhrt werden.

Doxycyclin:
Es wird ebenfalls täglich eingenommen, und zwar ab 1 Tag vor dem Aufenthalt beginnend bis 4 Wochen nach Verlassen des Malariagebiets. Die Substanz kann aber erst ab 8 Jahren zur Prophylaxe eingesetzt werden. Im Gegensatz zur Schweiz ist Doxycyclin in Deutschland nicht für diese Indikation zugelassen. Es wird aber aufgrund der umfangreichen, guten und dokumentierten Erfahrung, insbesondere bei Soldaten, von der Fachgesellschaft empfohlen. In einer kontrollierten vergleichenden Studie bei Reisenden traten Hautprobleme nicht signifikant häufiger auf als bei den anderen Medikamenten, und insgesamt wurde Doxycyclin am besten vertragen.

Notfallmäßige Selbstbehandlung:
Hierfür werden Mefloquin, Atovaquon/Proguanil (Malarone) und Artemether/Lumefantrin in der für die Therapie üblichen gewichtsbezogenen Dosierung empfohlen. Die Gesamtdosis von Mefloquin (25 mg/kg) wird besser auf 2 Dosen verteilt, um die Verträglichkeit zu verbessern. Zudem wird die Einnahme nach oder zusammen mit der Aufnahme von Nahrung, z. B. Banane oder Breikost, empfohlen, um das sonst häufige Erbrechen zu vermeiden. Die 2-malige Mefloquineinnahme ist kurativ; es handelt sich nicht um eine Dosierung, die täglich zu wiederholen ist. Die Kombination aus Atovaquon und Proguanil (Malarone) wird gewichtsbezogen dosiert 1-mal pro Tag für 3 Tage eingenommen. Zugelassen ist das Medikament ab 11 kg Körpergewicht. Doxycyclin ist nur in Kombination mit anderen Medikamenten für die Behandlung der Malaria geeignet, sodass es nicht für die Stand-by-Therapie empfohlen wird. Die Kombination von Artemether und Lumefantrin ist wegen der unterschiedlichen Halbwertszeiten der Substanzen für die kontinuierliche Chemoprophylaxe ungeeignet. Sie wird aber erfolgreich in der Therapie der Malaria insbesondere in Gebieten mit mefloquin- und chloroquinresistenten Plasmodium- falciparum-Stämmen eingesetzt und auch zur Stand-by-Behandlung empfohlen. Zugelassen ist das Medikament ab 12 Lebensjahren und mindestens 35 kg Körpergewicht. Zur Vermeidung von Uber- und Unterdosierungen wird folgendes Vorgehen bei Erbrechen nach Einnahme der Antimalariamittel empfohlen:
-Erbrechen innerhalb von 30 min nach Einnahme: gesamte Dosis wiederholen
-Erbrechen 30–60 min nach Einnahme: Hälfte der Dosis erneut geben
-Erbrechen später als 60 min nach Einnahme: keine erneute Dosis